Spannende Entscheidungen um die Mittelfränkischen Mannschaftsmeisterschaften bei Schülern und Jugend

Nach vielen Jahren im Ligamodus hat man sich bei den Verantwortlichen im Jugendbereich einmal wieder für eine echte Meisterschaftsendrunde bei den Mittelfränkischen Mannschaftsmeisterschaften im Jugend- und Schülerbereich entschieden. Gastgeber am Wochenende vor Weihnachten war der ESV Flügelrad Nürnberg. Qualifiziert hatten sich bei den Schülern über die Vorrunde und die Zwischenrunde die SG SC Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf, die SG ASV Möhrendorf/TSV Röttenbach/ TV 1848 Erlangen, der ESV Flügelrad Nürnberg 1 und der TV Hersbruck. Bei der Jugend hatten sich als Vorrundenbeste der Titelverteidiger TSV Ansbach, der ASV Niederndorf, die SG TSV Kleinschwarzenlohe/ESV Flügelrad Nürnberg und der TSV Lauf qualifiziert.

Pünktlich um 9:30 Uhr fand die Begrüßung durch Bezirksjugendwart Lukki Gunzelmann und den Verantwortlichen des Jugendausschusses für die Jugend- und Schülerrunde Holger Niemann statt. Damit keine Mannschaft eine Wartezeit haben sollte, hatte man sich entschlossen, alle 4 Halbfinalspiele gleichzeitig auszutragen. Hier trafen bei den Schülern die hoch eingeschätzte SG SC Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf auf den Gastgeber vom ESV Flügelrad sowie die SG ASV Möhrendorf/TSV Röttenbach/TV Erlangen auf die Mannschaft aus Hersbruck. Der TV Hersbruck musste dabei mit dem Handicap antreten, dass das 2. Herrendoppel gleich zu Beginn kampflos abgegeben werden musste und dazu noch mit Friederike Rudert die überragende Schülerspielerin des Bezirks zwei sichere Punktgewinne für Möhrendorf erwarten ließ. So konnte dann „nur“ ein stark aufspielender Christian Greisinger für Hersbruck sowohl im 1. Herreneinzel als auch im ersten Doppel zusammen mit Fabian Maas für den TV punkten. Das Spiel ging jedoch mit 6:2 an die Spielgemeinschaft aus Erlangen und Umgebung. Deutlich spannender versprach das Spiel der beiden anderen Halbfinalisten zu werden. Auf der einen Seite der Gastgeber ESV Flügelrad mit dem starken Jonathan Holz auf der Position 1 sowie den bekannt starken U13 Spielern und Spielerinnen und auf der anderen Seite die sicherlich gezielt zusammengestellte Mannschaft der Spielgemeinschaft aus Wernsbach-Weihenzell und Niederndorf, welche weitaus mehr im Blick hatten als die Mittelfränkische Meisterschaft. Allerdings mussten diese ohne den Langzeitverletzten David Persin und ohne Katharina Schatz auskommen. Der ESV Flügelrad witterte natürlich die Chance und vom ersten Ballwechsel an entwickelte sich eine spannende Partie. Von entscheidender Bedeutung sollten bereits die Doppel sein. Das erste Doppel ging dabei überraschend deutlich an die Gebrüder Schwanitz gegen Holz/Kroll während sich im zweiten Doppel ein einstündiger Krimi über drei Sätze abspielte. Letztlich sicherten Lino Degenkolb und Simon Blomeyer mit einem 25:23, 19:21 und 26:24 einen fast schon überlebenswichtigen Punkt für die Spielgemeinschaft. Im weiteren Verlauf konnte die Spielgemeinschaft mit den in der Summe etwas stärkeren Damen Kneidl und Prechtl die drei Damenpunkte relativ sicher heimbringen. So blieb das Aufbäumen des Gastgebers mit drei gewonnenen Herreneinzeln wirkungslos. Im Endspiel standen sich also die beiden Spielgemeinschaften gegenüber, während die „reinen“ Vereinsteams das Spiel um Platz 3 unter sich ausmachten.
Bei der Jugend waren die Vorzeichen etwas anders. Hier hatten sich der Titelverteidiger aus Ansbach und der TSV Lauf in sehr souveräner Manier für die Endrunde qualifiziert. Spätestens mit der Abgabe der Aufstellungen bestätigte sich schon fast das zuvor prognostizierte Endspiel als nämlich beide Halbfinalisten vom TSV Kleinschwarzenlohe/ESV Flügelrad und ASV Niederndorf nur mit 3 Herren antreten konnten. Das der ASV Niederndorf der sich mit den starken Damen Phuangrat und Henneberg doch zumindest eine kleine Chance gegen die Laufer ausrechnen konnte ausgerechnet den Nummer 1 Herr nicht zur Verfügung hatte schmälerte die Chancen erheblich. Doch selbst die Laufer Damen ließen auch in diesem Spiel nichts anbrennen und sicherten den 7:1 Sieg souverän mit ab. Noch leichter ging es für den TSV Ansbach, der sein Halbfinale ohne Satzverlust mit 8:0 gewinnen konnte.
In den folgenden Finalspielen setzte sich bei den Schülern im Spiel um Platz 3 der ESV Flügelrad klar mit 8:0 gegen den trotzdem stark aufspielenden TV Hersbruck durch. Für den TV Hersbruck insofern unglücklich, da drei Spiele knapp im 3.Satz verloren wurden und das zweite Herrendoppel mangels Spieler kampflos abgegeben werden musste. Bei der Jugend behielt der ASV Niederndorf mit 5:2 gegen die Spielgemeinschaft vom TSV Kleinschwarzenlohe und dem ESV Flügelrad die Oberhand und sicherte sich den Platz auf dem Treppchen.

In den Endspielen stellten sich die Trainer der Schüler-Spielgemeinschaft vom ASV Möhrendorf/TSV Röttenbach/ TV Erlangen und beim Jugendteam des TSV Lauf die gleichen Fragen. „ Kann ich meine Damenpunkte sicher einplanen und woher bekomme ich den einen Herrenpunkt den wir mindestens brauchen?“ Für den Trainer der SG aus dem Erlanger Umland war diese Frage ungleich schwerer zu beantworten als für die Herren aus dem Nürnberger Land. Die körperliche Überlegenheit der Spieler der SG SC Wernsbach- Weihenzell/ASV Niederndorf war gegenüber den Spielerinnen und Spieler der Spielgemeinschaft um die Möhrendorfer doch eklatant. Die SG Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf spielte diese Überlegenheit auf der Herrenseite dann doch überzeugend aus. Hoffnung kam bei der Spielgemeinschaft Möhrendorf/Röttenbach/Erlangen auf als es dem zweiten Doppel Ganss/Wolf gelang Blomeyer/Degenkolb einen Satz abzunehmen. Doch wie schon im Halbfinale gelang es der Kombination aus Niederndorf und Weihenzell im entscheidenden dritten Satz die Oberhand zu behalten und einen ganz wichtigen Beitrag zum Endergebnis zu leisten. Auf der anderen Seite konnten die Geschwister Rudert trotz der körperlichen Unterlegenheit dank ihrer jetzt schon tollen Technik alle drei Damenpunkte auf die Habenseite der Möhrendorf/Röttenbach/Erlangen-Connection zu bringen. Da aber das erste Herrendoppel der Gebrüder Schwanitz sowie alle Herreneinzel sehr klar an die SG SC Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf gingen, gab es am letztlich verdienten 5:3 Sieg der SG Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf nichts zu rütteln.

Unter ähnlichen Vorzeichen fand parallel das Endspiel der Jugend statt, wobei die Rollen hier etwas klarer verteilt zu sein schienen. Die Ansbacher wollten das Spiel über die starke Herrenbesetzung um Lukas Rupp, Nico Goth und Michael Nerdenyan absichern, während die Laufer die Damenpunkte von Johanna Paul und Anna Puchinger fest eingeplant hatten. Für die Laufer galt es also an irgendeiner Stelle Herrenpunkte von Ansbach zu klauen. Die größten Chancen rechnete man sich dabei über Moritz Bussler im 2. Herrendoppel mit Leon Gaag und im 2. Herreneinzel aus. Es entwickelte sich – wie erwartet – ein Spiel auf Messers Schneide in dem zunächst Östereich/Lee aus Lauf dem favorisierten Doppel Rupp/Nerdenyan den ersten Satz abnahm. Auf dem angrenzenden Feld aber machten die Ansbacher Goth/Hüttner den Laufern einen Strich durch die Rechnung, indem sie wiederum den ersten Satz gegen Bußler/Gaag für sich entscheiden konnten. Im zweiten Satz drehten sich die Spiele. Ansbach gewann den zweiten Satz im 1. Herrendoppel und Lauf drehte das Spiel im 2. Herrendoppel, so dass beide Matches in den dritten Satz gingen. Lukas Rupp und Michael Nerdenyan brachten den „Pflichtpunkt“ für Ansbach sicher mit 21:11 nach Hause. Im Gegenzug konnten dann aber Bußler/Gaag mit einem letztlich sicheren 21:16 den „Wunschpunkt“ für Lauf einpacken. Was folgte war die allseits erwartete Demonstration der Laufer Damen, die zunächst das Doppel in zwei Sätzen und dann das Dameneinzel durch Johanna Paul klar in zwei Sätzen gewannen. Nachdem bis zu diesem Zeitpunkt in den kritischen Spielen Satzgleichheit herrschte, war gleichzeitig die Jagd nach Spielpunkten eröffnet. Lukas Rupp konterte diese Jagd der Laufer Damen mit einem klaren Sieg gegen Daniel Lee im 1.Herreneinzel. Michael Nerdenyan hatte zwar mehr Mühe als ihm Recht war, konnte aber im 3. Einzel doch recht sicher zum 3:3 Ausgleich punkten.

Was folgte war das zweite Herreneinzel zwischen Moritz Bußler und Nico Goth. Moritz Bußler, der mit einer bereits vier Wochen andauernden Schulterverletzung ins Spiel ging, bestritt das Spiel fast ohne Smash. Es entwickelte sich ein packender Kampf zwischen dem unermüdlich kämpfenden Nico Goth und dem technisch versierten Moritz Bußler. Als Nico Goth den 1.Satz schon fast im Sack hatte ließ er für einen Moment nach und Moritz Bußler schnappte sich mit einer Serie den 1. Satz. Ein Satzgewinn, der den Laufern angesichts des noch folgenden Mixeds sehr viel Freude und den Ansbachern Bauchschmerzen bereitete. Der zweite Satz ging dann mit 21:8 an einen konsequent aufspielenden Nico Goth gegen einen körperlich am Ende wirkenden Moritz Bußler. Der dritte Satz sollte entweder die Vorentscheidung zugunsten der Laufer oder die Aufrechterhaltung aller Chancen für Ansbach bringen. Er sollte insbesondere die Nerven aller beteiligten Spieler, Trainer, Fans und neutraler Zuschauer arg strapazieren. Ausgeglichen bog der Entscheidungssatz auf die Zielgerade ein und brachte einen Matchball nach dem anderen für beide Spieler. Millimeterentscheidungen schaukelten die Atmosphäre zusätzlich hoch. Am Ende war es der unermüdlich kämpfende Nico Goth, der die Ansbacher Träume auf die Titelverteidigung aufrecht hielt. Mit 27:25 konnte er den 3.Satz gegen ein fast ohne Smash auskommenden Moritz Bußler gewinnen. Dieser aber hatte durch den Satzgewinn dem abschließenden Mixed der Laufer eine Steilvorlage gegeben. Anna Puchinger und Felix Oestereich ließen sich auch nicht lumpen und brachten nach anfänglicher Nervosität ob des Drucks in zwei Sätzen gewinnen zu müssen, das Spiel mit 21:11 21:10 ganz sicher für Lauf nach Hause. Endstand 4:4. Die Sätze mussten entscheiden und hier hatten die Laufer durch die gewonnenen Sätze im 1. Herrendoppel und im 2. Herreneinzel mit 10:9 die Nase vorne. Nach Jahren der Ansbacher Dominanz konnte der Titelverteidiger vom Thron gestoßen werden.
Abschließend wurde die Siegerehrung von Lukas Gunzelmann und Holger Niemann durchgeführt. Neben Urkunden für alle Mannschaften gab es erstmals einen Wanderteller für die Mittelfränkischen Meister der SG SC Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf bei den Schülern und des TSV Lauf bei der Jugend. Zumindest für die Endrunde konnte ein sehr positives Fazit gezogen werden. Tolle Stimmung in der Halle, ein schmackhaftes Buffet zusammengestellt von allen Mannschaften und spannende Spiele. Bei der Vorrunde so die ersten Erkenntnisse gibt es noch Optimierungsbedarf. Die Mittelfränkischen Meister vertreten den Bezirk am 31. Januar 2015 bei den Bayerischen Mannschaftsmeisterschaften in Mindelheim. Hierzu wünscht der Bezirk viel Erfolg.

Ergebnisse im Überblick

Schüler

Halbfinale:

SG SC Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf – ESV Flügelrad Nürnberg 1 5:3

SG ASV Möhrendorf 1947/TSV 1927 Röttenbach/TV 1848 Erlangen – TV Hersbruck 6:2

Platz 3

ESV Flügelrad Nürnberg 1 – TV Hersbruck 8:0

Finale

SG SC Wernsbach-Weihenzell/ASV Niederndorf –

SG ASV Möhrendorf 1947/TSV 1927 Röttenbach/TV 1848 Erlangen 5:3

Jugend

Halbfinale:

TSV 1860 Ansbach – SG TSV Kleinschwarzenlohe/ESV Flügelrad Nürnberg 8:0

TSV Lauf – ASV Niederndorf 7:1

Platz 3

SG TSV Kleinschwarzenlohe/ESV Flügelrad Nürnberg – ASV Niederndorf 2:5

Finale

TSV 1860 Ansbach – TSV Lauf 4:4 (9:10)

Bericht:
niemann_holger
Holger Niemann

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