Deutschland konnte ohne große Probleme Slowenien, Österreich und Schweden besiegen. Die Emmy-Noether-Halle in Erlangen war an allen drei Spieltagen mit insgesamt circa 1500 Zuschauern sehr gut ausgefüllt und die Stimmung war überragend.

Man startete am Freitag den 07.12.2018 mit den ersten Begegnungen. Für alle Teams hieß es von Anfang an: Alles oder nichts. Denn nur der jeweilige Gruppenerste konnte sich für die Endrunde im Februar 2019 in Kopenhagen qualifizieren. Gruppe 5 bestand aus den Teams Deutschland, Slowenien, Österreich und Schweden. Das Heimrecht fiel an das gesetzte Team aus Deutschland weshalb das Badmintonspekatkel in Erlangen stattfinden konnte.

So wurden die ersten Schläge um den Gruppensieg am Freitag um 18 Uhr geschlagen. Auf zwei Feldern wurden zwei Länderspiele ausgetragen, was für den Zuschauer neben dem Match der Deutschen auch den Blick auf die gegnerischen Teams zuließ. Slowenien hieß der erste Gegner. Deutschland setzte dabei auf ein junges Team und probierte einige Paarungen aus. Man startete mit dem Mix wobei Goliszweski/Völker erstmals

Alexander Roovers gewinnt das Herreneinzel gegen Slowenien (Foto: S.Heise)

zusammenspielten. Mit 21:15/21:15 besiegten sie ihre Ivanicic/Polanc. Das nächste Spiel gestaltete sich zu einer kleinen Zitterpartie für den deutschen Vertreter Alexander Roovers. Dieser konnte erst im dritten Satz Andraz Krapez mit 21:15 besiegen und kam seiner Favoritenrolle doch noch zurecht. Luise Heim dagegen konnte ihrer Gegnerin von Anfang an dominieren und gewann gegen die erfahrene Bundesligaspielerin Kaja Stankovic. Das Herrendoppel mit Geis/Völker sowie das Damendoppel um Golisweski/Käpplein ging ebenfalls an das deutsche Team, was einen 5:0 Sieg bedeutete. Ein guter Start und man schaute positiv auf die nächsten Matches. Derweil konnte Schweden gegen Österreich auch mit 5:0 gewinnen. Dabei ließ vor allem das Herreneinzel aufhorchen. Jacob Nilsen konnte überraschend gegen den erfahrenen Luka Wraber (Österreich) gewinnen. Die beiden zeigten auf, das im Herreneinzel eine große Aufgabe auf den deutschen Alexander Roovers zukommen würde. Die anderen Spiele gingen klar an die Schweden, wobei diese ein Ausrufezeichen Richtung Deutschland setzten.

Am Samstag ging es wieder mit zwei Länderspielen am frühen Abend weiter. Nachdem die Nationalhymnen gesungen und der Teamspruch in das Sprechermirkrofon geschrien wurde konnten die nächsten Matches beginnen. Der Gegner hieß diesmal Österreich. Der gleichsprachige Nachbar setzte alles daran den Favoriten zu ärgern und auch zu schlagen. Der Trainer der Österreicher Oliver Pongratz, mehrfacher deutscher Meister und ehemaliger Trainer des deutschen Teams, wusste um die Stärken und Schwächen des deutschen Teams. Dass das Herreneinzel überraschenderweise nicht mit dem Österreichischen Staatsmeister besetzt wurde, sondern mit Leon Seiwald, überraschte ein bisschen.

Nachdem Fabienne Deprez im beginnenden Dameneinzel einen klaren Sieg eingefahren hatte, brachte der Österreicher Leon Seiwald die erste Niederlage für das deutsche Team. Erneut wurde Alexander Roovers aufgestellt, welcher in dem Spiel nicht so sicher wirkte. Mit 24:22/21:18 bezwang Seiwald, Roovers und brachte die Österreicher in das Match zurück. Dann kam es zu dem emotionalen Höhepunkt des Abends. Als das Damendoppel aufgerufen

Das Abschiedsspiel von Carla Nelte. Zusammen mit Isabel Herttrich gewinnen sie das Damendoppel gegen Österreich. (Foto:S.Heise)

wurde, betrat Carla Nelte das letzte Mal unter deutscher Flagge das Feld. Nach dem die 28-jährige im Sommer überraschend ihre Karriere beendet hatte kam nun ihr letzter Auftritt für die deutsche Nationalmannschaft. Zusammen mit ihrer Partnerin Isabel Herttrich bezwang man Au Yeong/Hochmeier mit 21:9/21:14. Damit verabschiedete sich Nelte vom internationalen und nationalen Spielbetrieb und wird wahrscheinlich nur noch in der Bundesliga beim 1. TV Refrath aufspielen.

Es ging weiter in Erlangen. Es folgte das Herrendoppel. Erneut spielten die Nachwuchsspieler Geis/Völker in dieser Kombination auf. Die beiden konnten zuletzt den Sieg bei den diesjährigen White Nights Open in Russland holen und gelten als eines der aufstrebenden Nachwuchsdoppel. Auch wenn man gegen die Spieler aus Österreich über die volle Distanz gehen musste um den Sieg einzufahren, bewiesen die beiden ihre Stärke und blicken positiv auf die Zukunft. Das Mixed mit Landa Efler/Marvin Seidel konnten gegen Birker/Hochmeier in zwei klaren Sätzen gewonnen werden. Endstand 4:1.

Nun der Blick auf das andere Länderspiel. Schweden musste gegen den Erstgegner von Deutschland Slowenien antreten. Diese hatten zwar einen kleinen Dämpfer am Freitagabend abbekommen, waren aber bereit nun den ersten Sieg einzufahren. Alle Spiele waren knapp aber Schweden konnte in vier Spielen die Oberhand behalten und verlor nur das Herreneinzel, wobei man den 1.Herren Jacob Nilsen für das Endspiel gegen Deutschland schonte.

Und so kam es wie erwartet. Deutschland sollte am Sonntag auf den Gruppenzweiten Schweden treffen und damit das finale Spiel um das Ticket nach Kopenhagen bestreiten.

Man begann aber um 10 Uhr vormittags mit dem Spiel um Platz drei. Österreich und Slowenien lagen abgeschlagen am Ende der Tabelle wollten aber den dritten Platz in der Gruppe unbedingt erreichen. Vor sogar knapp 100! Zuschauern wurde das Spiel um Bronze ausgetragen. Es kam zur engsten Partie des ganzen Wochenendes. Vier von fünf Spielen gingen über die volle Distanz. Kaja Stankovic gelang ein klarer Sieg in zwei Sätzen über die junge österreichische Spielerin Raphaela Winkler. Von den knappen Matches konnte nur Luka Wraber den Sieg im Herreneinzel einfahren, wobei in den anderen Spielen die Slowenen die Oberhand behalten konnten. Somit ging Bronze an Slowenien.

Um 15 Uhr nachmittags und einer vollgefüllten Halle kam es dann zum entscheidenden Endmatch Deutschland gegen Schweden. Hierbei setzte die Nationalmannschaft auf die stärkste Aufstellung um ja kein Risiko einzugehen. Isabel Herttrich/Mark Lamsfuß starteten im Mixed für Deutschland. Das im Moment stärkste Mixed hatte es dieses Jahr schon bis in die Top 10! Der Welt geschafft und befindet sich derzeit auf Platz 18 der Rangliste. Gegen

Lässt das deutsche Team kurz zittern. Jacob Nilsen gewinnt das Herreneinzel für Schweden. (Foto:S.Heise)

das Nachwuchsmixed Sjoo/X-Bexell, welches bei der Junioren Europameisterschaft das Viertelfinale erreichte, gewann man klar mit 21:11/21:13. Das Herreneinzel wurde für

Deutschland wieder zum wunden Punkt. Gegen den stark aufspielenden Nilsen konnte Roovers nichts entgegensetzen und verlor mit 21:16/21:13. Doch in den nächsten beiden Spielen zeigte Deutschland, das der Gruppensieg nur einem gehören kann. Yvonne Li und Mark Lamsfuß/Marvin Seidel gewannen ihre Spiele sehr eindeutig und ließen ihrern Gegner keinen Hauch einer Chance. Auch wenn damit schon feststand, das Deutschland den Sieg eingefahren hatte, kam es noch zu einem spannenden Damendoppel. Die Jugendeuropameister von 2017 Karlson/Magnusson wollten es den Deutschen Hertrtrich/Efler richtig schwer machen. Nachdem der erste Satz noch eindeutig an Deutschland ging drehten die Schweden im zweiten Satz noch einmal richtig auf und zwangen Herttrich/Efler in den dritten Satz. Nach langen Ballwechseln und vollem Einsatz holten die beiden Mädels den vierten Punkt für Deutschland und rundeten damit das Ergebnis zu einem 4:1 ab.

Team Deutschland ist bereit für die Endrunde in Dänemark (Foto:S.Heise)

Nun heißt es zwar erstmal Weihnachtszeit aber danach geht es Schlag auf Schlag weiter. Im Januar stehen für ein paar Spieler die Thailand und Malaysia Masters an und Anfang Februar die Deutschen Meisterschaften. Danach geht es nach Kopenhagen wo neben Deutschland, England, Frankreich, Irland, Russland, Spanien, die Niederlande und Dänemark an den Start gehen werden um den begehrten Europameistertitel im Mixed Teamwettbewerb zu gewinnen.

Hier der Link zu den detalierten Ergebnissen.

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