Das verbandsübergreifende Projekt „Back to Competition“ (B2C) ermöglicht Nachwuchsleistungssportlern an der Eliteschule des Sports in Nürnberg eine gezielte physiotherapeutische Begleitung, um die sportartspezifische Leistungsfähigkeit ihres Bewegungsapparats nach Verletzungen schneller und nachhaltiger wiederzuerlangen. Der Bayerische Badminton-Verband und der Bayerische Radsportverband haben dieses Projekt initiert und zeigen sich dafür verantwortlich.

Verantwortung für verletzte Athleten übernehmen

Julian Blaumoser (Badminton) beim Back to Competition Training (Foto: A. Fischlein)

Bei einem Trainingspensum von bis zu zehn Trainingseinheiten pro Woche mit zusätzlichen Wettkampfmaßnahmen am Wochenende, können die Sportschüler und -schülerinnen an der Bertolt-Brecht-Schule belastungsbedingte Verletzungen nicht ausschließen. Dazu kommt, dass einige Sportarten mit direktem Körperkontakt oder hohen Geschwindigkeiten, von sich aus ein höheres Verletzungsrisiko mit sich bringen. Aus diesem Grund ist eine professionelle Versorgung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Verletzungsfall notwendig. Dabei geht es vor allem um die Wiederherstellung der sportartspezifischen Leistungsfähigkeit vor der Verletzung, damit der Athlet möglichst rasch und ohne Risiko auf Folgeverletzungen in den normalen Trainingsbetrieb integriert werden kann. Eine Aufgabe, die nicht von den Trainern der Sportfachverbände an der Schule, sondern nur von einem ausgebildeten Sportphysiotherapeuten und Athletiktrainer übernommen werden kann.

„Wir haben zwischen dem Zeitpunkt der Verletzung und ihrer medizinischen Versorgung und der Rückkehr ins Leistungssporttraining eine Versorgungslücke identifiziert, die wir mit Back to Competition schließen wollen“, stellt David Voll, Projektmitinitiator vom Bayerischen Radsportverband die Wirkungsrichtung der Initiative heraus.

Sparkasse Nürnberg fördert Nachwuchsleistungssportprojekt an der Bertolt-Brecht-Schule

Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Jahr 2018, war den Projektverantwortlichen Landestrainern, David Voll und Lukas Gunzelmann vom Bayerischer Badminton-Verband, klar, dass das Projekt langfristig angelegt und institutionalisiert werden muss. Bei der Sparkasse Nürnberg, die sich als Olympia-Partner Deutschland schon länger an der Eliteschule des Sports engagiert, rannte man offene Türen ein:

„Wenn mehrere Fachverbände an einem Strang ziehen, um einen limitierenden Faktor bei der Entwicklung junger Toptalente zu Medaillenaspiranten zu eliminieren, ist das ein Quantensprung für den Leistungssportstandort Nürnberg. Für uns war schnell klar, dass wir dieses Projekt über die Pilotphase hinaus finanziell unterstützen wollen“, blickt Benjamin Jung, Sportreferent von der Sparkasse Nürnberg zurück.

Durch eine erfolgreiche Bewerbung beim Bayerische Landes-Sportverband wurde B2C in eine Projektförderung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration aufgenommen und erhält durch diese Bewilligung seit Mitte des Jahres weitere Zuschüsse. Somit konnte über den Bayerischen Badminton-Verband zum 01. Juni 2019 der Sportphysiotherapeut und Athletikcoach, Axel Fischlein, angestellt werden, der das Programm „Back to Competition“ auf Minijobbasis leitet. Das Training findet seit Juni ganzjährig dienstags, donnerstags und freitags von 8.00 bis 9.30 Uhr im Rehazentrum Valznerweiher statt. Die Trainingszeit wurde extra parallel zum Frühtraining der Sportschüler der Bertolt-Brecht-Schule gelegt, damit sich die Landestrainer der Sportfachverbände auf ihre komplett leistungsfähigen Athleten konzentrieren können und der B2C -Trainer auf die Rekonvaleszenten.

Gezielte und individuelle Maßnahmen sorgen für eine schnelle Rückfühung ins Training (Foto: A. Fischlein)

„Durch diese Projektgenehmigung und die Unterstützung durch die Sparkasse Nürnberg wird die Betreuung und Förderung verletzter Sportler und Sportlerinnen an der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg künftig auf ein neues Niveau gehoben. Damit trägt „Back to Competition“ erheblich zur Professionalisierung des gesamten Standorts Nürnberg im Nachwuchsleistungssport bei“, blickt Lukas Gunzelmann, Bundeshonorartrainer U13/U15 vom Bayerischen Badminton-Verband, gelassener auf künftige Verletzungen seiner Sportler in die Zukunft, auch wenn es diese natürlich durch gezielte präventive Maßnahmen im Athletiktraining zu verhindern gilt.

Die medinizischen Erstversorgung sowie Betreuung und Abklärung der Notwendigkeit des B2C-Trainings der Athleten am Landesleistungsstützpunkt Badminton findet seit über einem Jahr duch Dr. med. Matthias H. Brem vom CURATHLETICUM, dem offiziellen medizinischen Behandlungs- und Versorgungszentrum des bayerischen Badminton-Verbands, statt. Die Partnerschaft besteht aus garantierter Schnellversorgung im Akutfall sowie medizinischer Versorgung innerhalb von 24 Stunden nach einer Verletzung.


Hier geht es zum Leitfaden des Projekts mit der detailierten Beschreibung.