Schon seit knapp zwei Wochen müssen alle bayerischen Spieler auf das Hallentraining verzichten – und wie es momentan aussieht, ändert sich das vorerst auch nicht. Anstatt eines langen Schultages und anstrengendem Badmintontraining haben die Athleten nun jede Menge freie Zeit. Sitzen nun alle faul auf der Couch? Zum Glück nicht! Stattdessen wurden viele kreative Ideen entwickelt: Die Trainer des Landesleistungsstützpunktes haben beispielsweise einen virtuellen Trainingsplan gestartet, der sehr positiv und dankbar von den Spielern angenommen wurde. Dennoch fällt es sicherlich etlichen schwer in den eigenen vier Wänden diszipliniert zu bleiben. Einige bayerische Spieler haben uns  nun verraten, wie sie während der Coronakrise fit und motiviert bleiben.

1. Wie haltet ihr euch zuhause fit?

„Wir haben ein Onlinetraining vom Landesleistungsstützpunkt. Dort haben wir tägliches Athletiktraining. Da mache ich natürlich immer mit, aber ich versuche mehr als die anderen zu machen. Ich mache speziell noch etwas für Mobilität, Stabilität und Ausdauer, um meine Schwachstellen zu verbessern und meine Stärken noch weiter auszubauen. Es ist sehr wichtig, dass man fit bleibt und das man die Athletik beibehält. Ich denke, die Badmintonskills werden auch nach der Zeit bleiben. Jetzt wird sich zeigen, wer wie viel daheim macht und wie fit man dann nach der Krise rauskommt.“ – Justin Seibel

„Ich halte mich mit täglichen Ausdauer-/Beweglichkeits- und Kraftübungen fit.“ – Annabella Jäger

„Ich halte mich mit dem täglichem Athletiktraining mit der Trainingsgruppe per Videokonferenz fit. Zusätzlich gehe ich noch laufen oder Radfahren.“ – Matthias Schnabel

„Ich trainiere 4 mal die Woche via Cybertraining. Dort mache ich gemeinsam mit der Trainingsgruppe immer ein Athletikprogramm. Zusätzlich gehe ich jeden zweiten Tag joggen mit verschiedenen Intervallen und Distanzen.“ – Julian Blaumoser

„Ich mache Sprints auf dem Geretsrieder Schlittenberg, gehe vor dem Alpenpanorama laufen oder mache Stabis.“ – Philip Bußler

„Gemeinsam mit meiner Schwester gehe ich regelmäßig joggen.“ – David Persin

„Ich habe immer gemeinsam mit dem Landesleistungsstützpunkt per Videokonferenz Athletiktraining. Zusätzlich gehe ich noch mehrmals die Woche laufen und dehne mich dreimal täglich, um nicht faul zu werden.“ – Kilian Maurer

“Ich halt mich mit Workouts und Joggen fit.” – Jens Näser

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Der virtuelle Trainingsplan wird von den Landeskaderathleten sehr gut angenommen (Foto: Lukas Gunzelmann)

2. Wie schafft ihr es motiviert zu bleiben?

„Ich möchte nach der Zeit wieder auf einem guten Stand in das Badmintontraining einsteigen und verbessere in der Zeit zuhause meine Grundlagen.“ – Annabella Jäger

„Mit guter Motivationsmusik beim Training!“ – Matthias Schnabel

„Die Situation ist momentan blöd, aber ich möchte trotzdem athletisch stärker  aus der Krise herauskommen.“ – Antonia Schaller

„Es ist nicht immer einfach während so einer Zeit immer motiviert zu bleiben, weil man nicht weiß, wann man endlich wieder aufs Feld darf. Ich denke einfach daran, wie viel Spaß es mir machen wird, wenn ich aufs Feld darf und sofort spielen kann und nicht erst wieder fit werden muss.“ – Julian Blaumoser

„Ich setze mir jeden Tag ein Ziel, das ich erreichen möchte, umso meinem größten gesetzten Ziel Tag für Tag etwas näher zu kommen.“ – Philip Bußler

„Ich nehme mir jeden Tag etwas vor, das ich am Ende erreicht haben möchte. Das kann sowohl ein sportliches als auch ein schulisches Ziel sein.“ – David Persin

„Am Anfang fand ich die freie Zeit gut, da ich so viel hinterherhing. Ich schaue einfach längerfristig: Wenn ich jetzt diszipliniert und motiviert bin, dann werde ich am Ende die Früchte davon tragen. Dieser Prozess ist das, was mich motiviert. Wenn ich mich jetzt reinhänge, kommt am Ende auch was raus.“ – Kilian Maurer

„Ich denke an meine Ziele.“ – Jens Näser

„Nach der Krise wird man eben sehen, wer wie viel gemacht hat und wie fit man eben ist. Klar habe ich immer noch hohe Ziele, wie zum Beispiel Olympia oder der Wechsel an den Stützpunkt nach Mühlheim. Jetzt kann man im Thema Selbstdisziplin vor allem sich selbst sehr viel beweisen. Weil momentan kein Schulstress oder anderes ist, kann man einfach mit freien Kopf seine Gedanken sortieren und sich überlegen, wo man in Zukunft hin möchte.“ – Justin Seibel

 

3. Was vermisst ihr momentan am meisten?

„Natürlich das Badminton spielen und das Zusammensein mit Freunden.“ – Annabella Jäger

„Doppeltraining, vor allem die Übung 2 gegen 3 Doppelabwehr.“ – Matthias Schnabel

„Das Gefühl mit den anderen, motivierten Spielern und Trainern in der Halle zu stehen, Badminton zu spielen und Spaß zu haben.“ – Antonia Schaller

„Den Wettkampf und das Gefühl, wenn ich einen guten Ball schlage.“ – Julian Blaumoser

„Am meisten vermisse ich die Matchrunden mit langen, intensiven Ballwechseln.“ – Philip Bußler

„Ich vermisse vor allem den geregelten Tagesablauf.“ – David Persin

„Auf jeden Fall das Training, weil ich einfach gerne Badminton spiele und mich gerne auf dem Feld bewege. Eigentlich auch einfach meine Kameraden und das Internatsleben.“ – Kilian Maurer

„Tatsächlich vermisse ich am meisten das Internatsleben. Allgemein einfach den ganzen Alltag mit Frühtraining, Schule und Freunden. Das ist eine ganz besondere Zeit, die ich mitmachen darf und nicht jeder Badmintonspieler darf diesen Traum leben und bekommt diese Unterstützung. Auch die Trainingsgruppe vermisse ich, mit der man eigentlich 9-10 Einheiten in der Woche macht. Das gegenseitige Pushen fehlt auch ein bisschen, aber das kommt hoffentlich wieder.“ – Justin Seibel

 

4. Was ist euer persönlicher Tipp fürs Durchhalten?

„Fülle dir deinen Tag mit Aktivitäten, somit kommt keine Langeweile auf und nutze die Zeit für Dinge, die du im Alltag vielleicht vernachlässigt hast. Stay positive!“ – Annabella Jäger

„Mindestens 8h Schlaf!“ – Matthias Schnabel

„Neben dem fleißigen Trainieren sollte man auch mal neue Hobbys entdecken.“ – Antonia Schaller

„Nicht nachdenken, sondern machen. Jeden Tag etwas anderes machen, was einem Spaß macht.“ – Julian Blaumoser

„Ein Ziel zu setzen, welches man sich normal nicht setzen würden: Zum Beispiel einen Handstand oder ein Spagat. Das kann man dann auch super jeden Tag üben.“ – David Persin

„Einfach diszipliniert sein, immer auf sich selber schauen und sich nicht mit anderen vergleichen. Das man sich selber in den verschiedenen Bereichen entwickelt und diese Zeit gut nutzt. Man sollte schauen, wo die eigenen Schwächen liegen, um dann gut daran arbeiten zu können.“ – Kilian Maurer

„Gesund zu leben, viel Sport machen, eine gute Ernährung und eine gewisse Selbstreflexion – also sich Gedanken zum eigenen Leben machen. Mir ist eigentlich nicht langweilig in der Zeit, da ich jetzt Sachen machen kann, für die ich im normalen Alltag nicht die Zeit finde. Die Zeit mit der Familie genießen, soweit es eben möglich ist.“ – Justin Seibel

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Auch die bayerischen Bundeskaderathleten haben uns ihre Tipps verraten (Foto: Raphael Ronga | DC-Fotografie)

Vielen Dank für die tollen Antworten und bleibt weiterhin so fleißig!

Bleiben Sie gesund!