In der heutigen Zeit ist eine gute Medienpräsenz obligatorisch. Auch im Badminton spielt es deshalb eine wichtige Rolle und ist mit Blick auf Sponsoring nahezu unumgänglich. Deshalb entschlossen sich die Nachwuchsathleten des Landesleistungsstützpunktes in Nürnberg die Zeit während Corona zu nutzen und den Instagram-Account von @badmintoncenter.nue wiederzubeleben.

Dieser Neustart ging mit dem Design eines Logos, eines Farb- und Layoutkonzepts und jeder Menge Teamarbeit einher. Das Ergebnis finden Sie hier. Die beteiligten Athleten Antonia Schaller, Philip Bußler, Julian Blaumoser und Kilian Maurer (Matthias Schnabel konnte nicht teilnehmen) sowie der Koordinator, Lukas Gunzelmann, berichten nun in einem Interview über die Professionalisierung des Instagram-Accounts und den damit verbundenen Schwierigkeiten und Zielen.

Professionell und stimmig – der Instagram-Account des Landesleistungsstützpunktes Nürnberg (Foto: Lukas Gunzelmann)

Monika Weigert: Bei der professionellen Leitung eines Instagram-Accounts fallen einige Aufgaben an. Man muss die Posts vorbereiten, Layouts designen und aktiv – zum Beispiel mit Storys – mit seinen Followern kommunizieren. Wie habt ihr diese Aufgaben verteilt?

Julian Blaumoser: Nach der internen Bewerbungsrunde, bei der jeder darlegen musste, was er für den Account einbringen möchte, haben sich relativ schnell die Verantwortungsbereiche herauskristallisiert. Ich bin der Projektleiter und habe den Gesamtüberblick. Matze schreibt die Texte und Kilian ist der Lektor, der alles noch einmal kontrolliert. Ich überlege mir weitere Ideen und organisiere die Konferenzen. Philip ist für das komplette Thema Reichweite und Akquise von Sponsoren und Kooperationen verantwortlich, während Antonia sich um die direkte Kommunikation mit unseren Followers kümmert. Und Lukki unterstützt uns bei verschiedenen Fragen und bringt immer wieder auch eine andere Perspektive hinein, die wir davor noch gar nicht gesehen haben.

Kilian Maurer: Für die Spielervorstellung habe ich z.B. das Layout gestaltet. Damit keiner der Spieler den Überblick verliert, wurde eine Tabelle entworfen, in denen jeder seine Aufgaben nachlesen kann. Jeder von hat somit eigene Bereiche, für die er die Verantwortung übernimmt.

Für die Spielervorstellungen wurde dieses Layout entworfen – nach und nach lernen die Follower so die Sportler besser kennen (Foto: Kilian Maurer)

Monika Weigert: Wie seid ihr auf die Idee eines professionellen Instagram-Accounts gekommen? 

Kilian Maurer: Wir wollten das eigentlich schon immer machen. Im November 2019 hatten wir bereits die erste Sitzung. Damals war das Problem, dass wir zu viele Leute waren und somit nichts in Rollen geriet. Während der Corona-Zeit haben wir uns dazu entschlossen, es nochmal zu probieren. Wer mitmachen wollte, musste das auch begründen. Dadurch sind Einige abgesprungen. Jetzt sind wir zu fünft. Wir wollten es also schon immer professionell machen, aber es ist bis jetzt nicht richtig in die Gänge gekommen.

Monika Weigert: Ihr steckt ja viel Zeit und Arbeit in den Instagram-Account. Sicherlich soll am Ende auch etwas dabei rausspringen. Was sind denn eure Ziele mit dem Account?

Antonia Schaller: Unser Ziel ist es, dass Außenstehende auch sehen und verstehen können, was wir hier am Landesleistungsstützpunkt in Nürnberg machen und wie wir trainieren. Der Account soll anderen Menschen einen Einblick in unser Leben in Nürnberg geben und unsere Gemeinschaft weiter stärken. Wir wollen damit einfach die Menschen begeistern und mitnehmen.

Philip Bußler: Außerdem haben wir auch das Ziel Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen. Dadurch können wir langfristig sicherlich auch neue Kooperationspartner finden und unsere Partner sehr gut in Szene setzen. So erhoffen wir uns eine Win-Win-Situation.

Lukas Gunzelmann: Für einen guten Content muss man Zeit investieren und auch viel Leidenschaft mitbringen. Ich bin überzeugt, dass die Jugendlichen durch die eigenverantwortliche Führung des Accounts auch einiges für ihr späteres Leben lernen. Im Studium oder im Beruf passiert ganz viel in Projektgruppen. Man muss häufig diskutieren, verlässlich sein und argumentieren können. Außerdem muss man lernen damit umzugehen, wenn der eigene Vorschlag nicht genommen wird. Somit bereitet dieser Account die Jungs und Mädels auch ein Stück weit auf ihr weiteres Leben vor!

Monika Weigert: Zu Beginn der neuen Ära habt ihr ein Logo designt. Wer hat es denn entworfen und was genau hat das Logo zu bedeuten?

Julian Blaumoser: Die Dreiecke symbolisieren die drei Pfeiler Schule, Internat und Sport. Diese drei Dinge heben uns eben von den anderen Schülern ab. Der Grundbaustein ist das mittlere Dreieck: der Sport. Darauf baut die Schule und das Internat auf. Durch die Farbgebung zeigen wie auch die Verbundenheit zu Bayern.

Lukas Gunzelmann: Im Logo wird auch deutlich, dass Sport, Schule und Internat ein stabiles Fundament bilden für das nächste Level, für die weitere Entwicklung der Athleten. Egal ob es später im Sport am Bundesstützpunkt der Erwachsenen weitergeht oder eben direkt in die berufliche Karriere. Dieses sehr starke Fundament, sowohl sportlich, als auch sozial, hat einen hohen Stellenwert bei uns.

Das Logo des Instagram-Accounts (Foto: Kilian Maurer)

Monika Weigert: Wenn man eure Beiträge anklickt, fällt einem sofort auf, dass ihr eure Texte auf Englisch verfasst – warum habt ihr euch dazu entschlossen?

Philip Bußler: Wir haben geschaut, wie viele Interessenten es in Deutschland gibt. Das sind natürlich nicht so viele wie international. In Bezug auf Sponsoring ist die Reichweite extrem wichtig. International gibt es einfach eine größere Zielgruppe, somit ist Englisch die Sprache, die man nutzen muss.

Monika Weigert: Ihr habt wöchentlich Konferenzen und müsst einige Entscheidungen treffen. Bei fünf Leuten kann das schnell zu Meinungsverschiedenheiten führen. Seid ihr euch immer einig oder wie schafft ihr es Kompromisse zu finden?

Antonia Schaller: Wir machen während der Konferenz immer eine Abstimmung. Auf unserem Programm ist das möglich.

Lukas Gunzelmann: Von Konferenz zu Konferenz gibt es verschiedene Aufgaben, wofür man etwas vorbereiten kann. Beispielsweise das Layout für die Spielervorstellung: Damit haben wir uns kritisch auseinandergesetzt. Es wurde dann nur unter den Spielern abgestimmt. Das Schöne ist, dass wir bei Entscheidungen emotional diskutieren, aber nach der Entscheidung wird das Ergebnis von jedem akzeptiert. Jeder steht dann zu 100% hinter der Entscheidung!

Monika Weigert: Momentan habt ihr ohne Schulstress und Hallentraining mehr freie Zeit, die ihr in den Instagram-Account investieren könnt. Werdet ihr auch während eurem normalen Alltag aktiv auf Social Media bleiben?

Julian Blaumoser: Wir wollen die drei Posts pro Woche durchziehen. Zuerst wollen wir im Feed je links und rechts eine Spielervorstellung posten. In der Mitte stellen wir unseren Alltag während Corona vor. Danach haben wir einige Ideen, beispielsweise einen „Shot des Monats“ oder Trainingstipps. Also jetzt kommen erstmal alle Spielervorstellungen und für danach haben wir schon viele Ideen!

Kilian Maurer: Danach ist es sogar einfacher, da wir über unser Training, Turniere und so weiter berichten können. Das bietet uns einfach viel mehr Möglichkeiten!

Die Sportbegeisterten können sich also auf den Alltag der Nachwuchsathleten und jede Menge Tipps rund um Badminton freuen. Vielen Dank für das Interview!
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