Aus und vorbei – die Bundesligasaison 2019/20 gilt nun offiziell als beendet. Einzigartig – dieses Wort beschreibt die vergangene Saison wohl am besten. Es ist so einiges passiert: Zwei Erstligisten haben zurückgezogen, das Final Four wurde abgesagt und es gibt keinen nationalen Titelträger. Es war ein großes Wechselbad der Gefühle, aber für die meisten bayerischen Mannschaften lief es doch sehr gut. Freystadt tritt in die Regionalliga zurück. Neuhausen-Nymphenburg schafft den Klassenerhalt. Marktheidenfeld sichert sich einen hervorragenden dritten Platz und Neubiberg landet auf einem guten Rang im Mittelfeld. So lässt sich die Saison kurz zusammenfassen: Ausführlichere Informationen erhalten Sie in diesem Bericht.

1. Bundesliga

Nachdem Freystadt es letzte Saison in die Play-Offs geschafft hat, erreichte das Team dieses Jahr „nur“ Platz 9. Aufgrund der laut Stephan Pistorius fehlenden Perspektive sowie den hohen Kosten entschloss das Team zurückzuziehen. Schade! Die Mannschaft zeigte auch dieses Jahr starke Spiele und konnte viele Zuschauer für sich gewinnen. In den beiden Derbys gegen den TSV Neuhausen-Nymphenburg behielt Freystadt die Oberhand. Personelle Veränderungen gab es bei den beiden bayerischen Erstligisten kaum: Annabella Jäger wechselte von Freystadt zum Münchner Verein und Freystadt verstärkte sich mit Serena Au Yong aus Österreich. Die beiden Nachwuchsspieler Friederike Rudert (TSV Freystadt) und Justin Seibl (TSV Neuhausen-Nymphenburg) durften sich über ihre ersten Einsätze in der 1. Bundesliga freuen. Die Mannschaften gaben so den beiden 17-jährigen Athleten die Chance, erstmals vor großem Publikum zu spielen und sich mit nationalen sowie internationalen Profispielern zu messen.

Zahlreiche Zuschauer kamen zum Abschiedsspiel, um Freystadt ein letztes Mal in der Bundesliga zu unterstützen (Foto: Stephan Pistorius)

Für Neuhausen glich die Saison einer Achterbahnfahrt: Erst war der Abstieg bereits sicher, dann kam die Nachricht über den Rückzug von Freystadt und daraufhin folgte die Absage des 1. BV Mühlheim. Somit schaffte der Aufsteiger den Klassenerhalt mit nur zwei gewonnenen Spielen – nochmal Glück gehabt! Gewinnen konnte das Team gegen Union Lüdinghausen sowie den 1. BC Beuel.

„Die Bundesliga-Saison ist für uns eher nicht so optimal gelaufen. Wir haben sehr gute Spiele bestritten, haben aber oft wichtige Punkte liegen gelassen. Mit dem Rückzug von Freystadt und Mülheim haben wir eine weitere Chance bekommen. uns nächste Saison noch einmal in der ersten Bundesliga beweisen zu können. Ich bin sehr optimistisch!“, erzählt Annabella Jäger. Somit vertritt Neuhausen den Freistaat in der nächsten Saison als einziges Team in der 1. Bundesliga. Wir drücken die Daumen, dass der Klassenerhalt erneut gelingt!

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Ordentlich Grund zum Freuen: Der TSV Neuhausen-Nymphenburg schafft den Klassenerhalt (Foto: Neuhausen-Nymphenburg)

2.Bundesliga

Sowohl Marktheidenfeld als auch Neubiberg setzt in ihrem Bundesligakader auf junge, bayerische Spieler – erfolgreich! Tim Specht, Brid Stepper und Jonas Grün zählen unter anderem zu den Stammspielern des nordbayerischen Teams. Neubiberg hat wohl den jüngsten Altersdurchschnitt in der gesamten Bundesliga: Die Kick-Zwillinge Paula und Max, Kevin Feibicke, Helena Storch, Pia Becher, Julian Edhofer und Lucas Böhnisch zeigen, dass man auch in ihrem Alter auf dem Top-Niveau mithalten kann. Darüberhinaus gab Neubiberg dem Nachwuchsspieler Julian Blaumoser die Chance erste Erfahrungen in der Bundesliga zu sammeln. Drei Einsätze bekam der erst 16-jährige Julian in dieser Saison: „Ich habe mich sehr über meine Einsätze in der Bundesliga gefreut. Natürlich war das Tempo ein ganz anderes als in der Regionalliga oder auf den Jugendturnieren. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Performance!“

Bereits letztes Jahr spielte der TV Marktheidenfeld an der Spitze der Tabelle mit und sicherte sich damals den 4. Platz. Dieses Jahr schaffte es das Team sogar noch einen Platz höher: Am Ende konnte sich die Mannschaft über einen hervorragenden 3. Platz freuen. Zehn Siege konnten die Marktheidenfelder in der gesamten Saison erzielen. Am Ende hätte es damit sogar für den Aufstieg in die 1. Liga gereicht – die Mannschaft verzichtete jedoch und ließ dem SV GutsMuths Jena den Vortritt. Hervorzuheben ist die Leistung von Brid Stepper: Sie blieb die gesamte Saison über ungeschlagen im Dameneinzel.

Die erfolgreiche Mannschaft vom TV Marktheidenfeld (Foto: badminton-marktheidenfeld.de)

Mit nur zwei Siegen weniger als Marktheidenfeld landete der TSV Neubiberg-Ottobrunn auf einem guten 6. Platz. Im Derby zwischen den beiden bayerischen Teams konnte Marktheidenfeld in einem spannenden Match mit 4 zu 3 gewinnen. Für die beiden bayerischen Vereine war es somit eine gelungene Saison und wir hoffen, dass in der kommenden Saison an diese Leistungen angeknüpft werden kann.

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Das junge Team konnte sich am Ende über den 6. Platz freuen (Foto: Verena Beil)

Eine kurze Übersicht der Tabellenränge der bayerischen Bundesligamannschaften:

1. Bundesliga:

  1. Platz: TSV Freystadt
  2. Platz: TSV Neuhausen-Nymphenburg

2. Bundesliga:

3. Platz: TV Marktheidenfeld

6.Platz: TSV Neubiberg-Ottobrunn

Da Freystadt zurückgezogen ist, vertritt nun nur noch der TSV Neuhausen-Nymphenburg den Freistaat in der 1. Bundesliga. Dafür gibt es für die 2. Liga erfreuliche Nachrichten: Der TuS Geretsried hat den direkten Wiederaufstieg geschafft und schlägt in der kommenden Saison in der Bundesliga auf.

Schweißtreibende Ballwechsel, spannende Begegnungen und starke Emotionen – das erwartet die einzelnen Spieler und Zuschauer auch wieder in der nächsten Saison. Bleiben Sie gespannt und vor allem gesund!