Sie haben einen ungültigen C-Trainerschein? Ein neues Format erlaubt eine schnelle Reaktivierung. Nach einigen Jahren wird der C-Trainerschein ohne eine Verlängerung ungültig. Um wieder als Trainer lehren zu können, musste man bis vor kurzem den Trainerschein erneut absolvieren. Dies hat sich nun geändert!

Mit deutlich weniger Aufwand kann man ungültige Lizenzen nun wieder aktivieren. Dieses neue Format haben bereits zwei Spieler, die sich nun erneut C-Trainer nennen dürfen, getestet. Die Beiden haben an drei Teilen des C-Trainer-Lehrgangs – einem Online- und zwei Praxiswochenenden – teilgenommen und somit ihre Lizenz reaktiviert. Einer der beiden, Elmar Rummert, spricht nun in einem Interview über seine Erfahrungen mit dem neuen Format.

  1. Monika Weigert: Wie kam es dazu, dass dein Trainerschein ungültig wurde?

Elmar Rummert: “Im Wesentlichen ist das durch meinen mehrjährigen Aufenthalt im Ausland zu begründen. Als ich zurückkam, wurde ich an wechselnden Standorten in der Firma eingebunden, so dass ich den Sport nur noch als Arbeitsausgleich betrieb. Überdies haben mir meine beiden pubertierenden Kinder – alle beide verfolgen bedauerlicherweise andere Hobbies und Sportarten – und meine ebenso vollzeit-tätige Frau wenig Raum gelassen. Durch zusätzlich häufigere Dienstreisen war eine regelmäßige Einbringung in die Vereinsarbeit nicht möglich, so dass ich vorerst keine Trainingseinheiten mehr übernehmen konnte. Durch das Abmelden beim BBV während meines Auslandsaufenthalts wurde ich nach der Rückkehr nicht mehr aktiv auf eine ggf. nötige Verlängerung hingewiesen.”

  1. Was hat dich dazu motiviert die Lizenz zu aktivieren?

“Ich hatte ohnehin mit dem Gedanken gespielt, andere Spieler wieder öfter aktiv zu trainieren, wenn auch nur sporadisch für Interessierte im Verein, oder als Aushilfe für andere Trainer. Parallel dazu erhielt ich vomBBV eine neue Erinnerung, dass mein Trainerschein seit einiger Zeit abgelaufen war. Also habe ich Tobias Wadenka kontaktiert, welcher mir eine Möglichkeit, 45 UE im Rahmen einer C-Trainerausbildung teilzunehmen, offeriert hat.

Neben Badminton zählen Naturreisen und Tauchen zu Elmars Hobbys (Foto: Elmar Rummert)

  1. Willst du jetzt wieder aktiver als Badmintontrainer werden?

“Ja. Aktuell haben wir eine Lücke im Verein, bei dem leistungsorientiertes Training für interessierte Jugendliche nur im begrenzten Umfang angeboten werden kenn. Zu schwach für den Kader, aber “ewiges Talent” im Jugendtraining, so schaffen nur wenige den Sprung nach oben. Wir hatten bereits zusätzliche Trainer, um diese Lücke zu schließen, dies aber leider nicht sehr beständig. Hier könnte ich helfen, diese Lücke etwas zu schließen. Auf der anderen Seite gibt es auch einige erwachsene Breitensportler, welche sich noch verbessern wollen. Auch hier haben wir aktuell kein Angebot im Verein. Es wird vermutlich kein regelmäßiges Training werden, aber vielleicht einige Kurse mit begrenzter Dauer.”

  1. Haben sich die Lehrgänge im Laufe der Zeit entwickelt?

“Eine Auffrischung des Wissens ist immer eine gute Sache! Man kann dabei ebenso das ehemals Gelernte in einem anderen Licht reflektieren. Und manches ändert sich auch über die Zeit. Es waren nicht die ganz großen Dinge, die man in einem solchen Lehrgang neu erfährt. Die verschiedensten Schlagtechniken sind beispielsweise grob betrachtet noch gleich. Auf der anderen Seite gibt es aber kleinere Entwicklungen der Sportart, hier nur beispielhaft die nicht mehr so ganz dominante, nun situativ angepasste Zentralstellung oder kleinere Tricks und Tipps bei der Schlägerhaltung, neue Elemente bei methodischen Reihen. Aber auch neue Trainingsinhalte haben sich dazugesellt: gezielteres Training von Koordination und Stabilität als explizite Ziele. Eine Koordinationsleiter gab es damals noch nicht. Als extrem positiv habe ich die Einbindung von aktiven, am Leistungssport orientierten Spielern, wie z.B. Oliver Roth und Steffen Lenz empfunden. Das war früher kaum der Fall. Abgesehen von Tobias, welcher natürlich an sich auch schon ein Glücksfall an Ausbilder und guter Kommunikator ist, kommt durch weitere professionelle Spieler sehr viel Lebendigkeit, Glaubwürdigkeit und Austausch ins Spiel. Man hat phasenweise noch direkter einen Ansprechpartner. Ein weiteres Merkmal sind natürlich die Medien, welche mittlerweile fortgeschrittener sind: damals Mitschrift im Unterricht, Zettelkopien, welche im Schrank verwaisen, heute Videos mit Links zum Sharen mit Freunden; ein weiterer Klick für noch weitergehende Infos, falls gewünscht. Manch Praktisches kann man nun sogar online üben, wie wir in der aktuellen Krise gezeigt haben. Das spart deutlich Zeit und Ressourcen. Ebenso wurden mehr Beteiligung und Feedback, sei es in Form eines parallelen Chats, oder in Online-Abfragen und Ratings, gefordert. Das macht es einem viel leichter sich zu beteiligen als bei einem Frontalunterricht, und wird dadurch noch lebendiger. In der praktischen Ausbildung wird man dann von anderen, aber auch vom Ausbilderstab korrigiert. Natürlich mit den Methoden, welche man später auch selbst anwenden soll. Und erhält direkte Rückmeldung auch für seine eigene Technik und Methoden. Unschätzbares Feedback, welches man sonst kaum bekommt, insbesondere wenn man im eigenen Verein kaum trainiert wird.”

Elmar Rummert (rechts im Bild) mit seiner Mannschaft (Foto: Elmar Rummert)

  1. Kannst du das neue Format empfehlen?

“Die reduzierte Zeit im Verhältnis zu einem komplett neuen C-Trainerschein halte ich für angemessen und eine gute Möglichkeit wieder aktiv in die Trainerrolle zu kommen. Der Einstieg und die Module dazu waren für mich perfekt ausgewählt. Auch das durch die Coronakrise aufgezwungene Format war für mich letztlich optimal, die Teilnahme im theoretischen (aber auch praktischen Teil mit Stabi-/Kraftübungen) von zu Hause mit Headset und aktiver Teilnahme waren gefühlt direkter als in einem Saal auf der Bank zu sitzen. Vieles hängt natürlich an der Persönlichkeit des Ausbilders. Die kommunikative und anerkennende Art von Tobias, unabhängig von Leistungsniveau, Alter etc. ist natürlich ein dickes Pfund. Durch die Hinzunahme von weiteren anerkannten Profis kommt Lebendigkeit und Diversität hinzu. Bei der zunehmenden Hinwendung zu digitalen Medien sehe ich keine Alternative, ein Experimentieren mit verschiedensten Foren, Tools, etc. halte ich unerlässlich, um sich beständig weiter zu entwickeln. Spaß hängt sicher nur mittelbar am Format und wird hauptsächlich durch Menschen bestimmt. Und ja, Spaß hat es gemacht. Danke an das Ausbilderteam!”

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Trainieren!