Was für ein besonderes Ausbildungsjahr! Nach 14 Monaten Ausbildungszeit haben Matthias Pröstler (TV Marktheidenfeld) und Michael Clemens (OSC München) nun ihre A-Trainerlizenz erworben. Neben den sechs Präsenzwochenenden mussten viele Inhalte in die virtuelle Welt verlegt werden. Trotz dieser speziellen Umstände verlief alles reibungslos.

Als A-Trainer*in bildet man Athlet*innen von der Talentfindung bis hin in den Hochleistungssport auf technischer, taktischer und physischer Ebene aus. Außerdem unterstützt man während des gesamten Karrierewegs die Persönlichkeitsentwicklung der Spieler*innen. In der Ausbildung reichte das Spektrum ebenfalls von der Frage nach dem Training mit den ganz Kleinen, bis hin zur Betreuung von internationalen Spitzenspielern. Der Schwerpunkt liegt darauf, die theoretisch gelernten Inhalte in der Praxis anzuwenden und zu reflektieren. Gelehrt wurden die Inhalte durch eine Vielzahl hochkarätiger Referenten unter anderem Tobias Wadenka sowie dem ehemaligen Chef-Bundestrainer Holger Hasse.

Besonders erfreulich für den BBV ist, dass gleich zwei bayerische Trainer die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Matthias Pröstler und Michael Clemens sind selbst erfolgreiche Spieler und haben sich nun dazu entschieden, die höchste Trainerlizenz zu erwerben. Die Beiden leiten jeweils einen Victor-BBV-Talentstützpunkt. Wir haben mit den beiden Absolventen über die Ausbildung sowie ihre Ambitionen mit dem jetzigen Trainerschein gesprochen.

Monika Weigert: Eure A-Trainer-Ausbildung fand in einem ganz besonderen Jahr statt. Wie konntet ihr den Trainerschein trotz Corona absolvieren? 

Matthias Pröstler: „Ja, das war schon etwas seltsam. Wir starteten im letzten Jahr noch ganz normal in die Ausbildung. Bei einem Ausbildungswochenende Anfang März war es dann zum ersten Mal Thema. Dann ging es sehr schnell. Einige von uns konnten ihre Projekte nicht abschließen, die während der A-Trainerausbildung begleitend im Heimtraining durchgeführt werden mussten. Der erste Lockdown hat kein Training mehr möglich gemacht, sodass die Projekte an dieser Stelle abgebrochen werden mussten. Auch die folgenden Ausbildungswochen waren dann etwas anders als man es gewohnt ist. Ich finde es hat aber sehr gut geklappt, da der DBV in den letzten Jahren eine gute Onlineplattform aufgebaut hat, sodass wir die Präsenzzeiten durch Onlinekurse absolvieren konnten. Der Praxisanteil ging dadurch natürlich etwas verloren, alles in allem konnten wir dort aber auch einige Inhalte sehr gut besprechen. Ich Blicke auf die Onlinekurse recht positiv zurück.“

Michael Clemens: „Dank der großen Mühen unserer Ausbildungsleitung mussten lediglich zwei Präsenzwochenenden virtuell abgehalten werden. Ansonsten war die A-Trainerausbildung meines Erachtens ein großer Erfolg. Schade finde ich, dass das Prüfungswochenende und somit der Abschluss der Ausbildung nicht persönlich möglich war. Ich hoffe alle Mitstreiter*innen der Ausbildung beim geplanten Treffen zum Trainersymposium am 13ten und 14ten März wieder zu sehen!“

 

Onlinekurse ermöglichten die A-Trainerausbildung trotz Corona (Foto: DBV)

Was sind eure Ambitionen mit dem erworbenen Trainerschein? 

Matthias Pröstler: „Für mich war die A-Trainerausbildung vor allem eine gute Möglichkeit mich weiterzubilden. Das ist mir persönlich sehr wichtig, dass man sich nicht auf seinen alten Erfahrungen ausruht und dann immer so handelt, weil man es immer schon so gemacht hat. Der Austausch mit anderen Trainern und neuer Input hilft eigene Methoden zu überdenken und um ein abwechslungsreiches und gutes Training anbieten zu können.“

Michael Clemens: „Durch die Trainerausbildung wurde mir klar, dass ich trotz A-Lizenz noch viele Wissenslücken und viel Praxisarbeit benötige, um der beste Trainer zu werden, der ich sein kann. Weiter freue ich mich in Zukunft vor allem auf die Entwicklung der Strukturen, in denen in mich engagiere!“

Habt ihr einen Tipp für andere Trainer, die vielleicht nicht ganz so erfahren sind wie ihr? 

Matthias Pröstler: „Bleibt neugierig, geht offen auf eure Athleten zu, hinterfragt eure Übungen oder auch die Nachfragen der Athleten. Dadurch könnt ihr euch immer weiterentwickeln, egal auf welchem Niveau ihr und eure Athleten seid.“

Michael Clemens: „Traut euch Fehler zu machen, aber lernt daraus!“

 

Matthias Pröstler wechselt von der Spieler auf die Trainerseite (Foto: Philipp Lorenz)

Warum seid ihr Trainer? Was bedeutet diese Tätigkeit für euch? 

Matthias Pröstler: „Es macht mir einfach Spaß anderen zu helfen und zu unterstützen ihre Ziele zu erreichen. Gerade bei Schülern und Jugendlichen kann man auch viel abseits von Badminton vermitteln. Wenn alle dabei noch Spaß haben und sie langfristig Lust auf unseren schönen Sport Badminton bekommen, bin ich sehr happy.“

Michael Clemens: „Ich bin Trainer, weil ich Freude an Erfolg und Entwicklung habe. Den Begriff Erfolg definiere ich jedoch nicht durch Medaillen, sondern durch Fortschritt in der Vereinsstruktur, Kommitment zu hartem Training, Freude an Bewegung oder einer geschaffenen Gemeinschaft. “

 Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg in eurer Trainer-Laufbahn!