Trainer sind die zentralen Personen, wenn es darum geht, Badmintonwissen freudvoll zu vermitteln, Athleten bei ihrem Werdegang aktiv zu begleiten und die Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Bei einer komplexen Spielsportart wie Badminton, die einem sowohl technisch, taktisch als auch athletisch viel abverlangt, ist daher auch das Anforderungsprofil an einen Trainer breit gefächert. Neben sportartspezifischen Komponenten wie Technik und Taktik, zählen auch trainingswissenschaftliche und didaktische Kompetenzen zu den zentralen Aufgabenbereichen.

Struktur der Ausbildungsgänge im DBV (Beckord, 2011)

 

Bei der Ausbildung zum Badmintontrainer gibt es verschiedene Lizenzstufen, die alle aufeinander aufbauen. Die Vorstufen-qualifikation (Trainerassistent) und die Ausbildung zum C- und B-Trainer werden von den Landesverbänden selbst durchgeführt. Termine des Aus- und Fortbildungsangebots finden sie hier.

 

Das Ausbildungskonzept des BBV:

Um den heutigen gesellschaftlichen Anforderungen durch Angebotsflexibilität gerecht zu werden, wurde das gesamte Aus- und Fortbildungskonzept des Bayerischen Badminton Verbandes modularisiert. Analog zu dem in Nordrheinwestfalen entwickleten Ausbildungskonzept mit Qualifizierungsbändern (s. Bild) werden die Ausbildungsreihen in Module gegliedert. Jedes dieser Module ist einem von vier verschiedenen Kernbereichen zugeordnet:

  • Badminton spielen
  • Badminton vermitteln und verstehen
  • Sport verstehen und vermitteln
  • Prüfungsmodule

Abbildung 1: Die Einteilung der Lehre in Qualifizierungsbänder in NRW (Bednarzik, B. Bennefeld, H. Hasse, M. Knupp, D. Pacheco, D. Stark)

Badminton Spielen (BS):

Ein guter Trainer muss nicht unbedingt ein Spitzenspieler sein, doch ein gewisses Maß an Spielfähigkeit ist vor allem für Demonstrationszwecke sowie beim Zuspielen entscheidend und unterstützt das Verständnis als Trainer enorm. Daher besteht ein Teil der modularisierten Ausbildung aus Inhalten, die darauf ausgelegt sind, die technischen und taktischen Spielfähigkeiten der angehenden Trainer zu verbessern. Außerdem haben vor allem Auszubildende ohne leistungssportlichen Hintergrund die Möglichkeit, in diesen Modulen professionelles Training aus Spielersicht zu erleben und Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln.

Badminton Verstehen und Vermitteln (BVV):

Genauso gilt aber auch andersherum: Ein guter Spieler ist nicht automatisch ein guter Trainer. Für einen Trainer ist es die zentrale Aufgabe, Inhalte zu vermitteln. Daher geht es in der Ausbildung vorrangig darum, ein tiefes Verständnis für das „Warum“ und „Wie“ der Sportart zu schaffen, und Strategien und Wege in der Vermittlung aufzuzeigen. In allen Ausbildungen bildet dieser Bereich den größten Anteil.

Sport Verstehen und Vermitteln (SVV):

Trainerausbildungen umfassen auch für Sport generalisierbare Inhalte wie Trainingswissenschaft, Didaktik und Bewegungslehre, welche alle in den dritten Bereich „Sport verstehen und vermitteln“ fallen. Ziel der Module ist es aber, keinesfalls nur badmintonunspezifisches Wissen anzureichern, sondern stets einen Bezug zur (Badminton-)Praxis zu schaffen.

Prüfungsmodule

Der vierte Bereich umfasst Prüfungsmodule, die je nach Ausbildungsreihe in Art und Umfang variieren. Für den Trainerassistent erfolgt lediglich eine mündliche Prüfung, die in eines der Module integriert werden kann. Beim C-Trainer erfolgt eine schriftliche Theorieprüfung, eine praktische Lehrprobe und eine Demonstrationsprüfung von Technik und Zuspielfähigkeiten, welche alle am abschließenden Prüfungswochenende durchgeführt werden.

Die Ziele der Lehrreform:

Mit der Modularisierung wird primär das Ziel einer höheren Flexibilität der Ausbildung verfolgt. Anders als bisher müssen Ausbildungsreihen zukünftig nicht an festgelegten Terminen am Stück absolviert werden, sondern können über einen Zeitraum von 2 Jahren nach Abschluss des ersten Moduls individuell durchgeführt werden. Dafür wird es auch dezentrale Angebote in den Bezirken geben, um eine flexible Ausbildung zu ermöglichen. Da andere Landesverbände einen ähnlichen Ansatz verfolgen, wird es auch möglich sein, einzelne Module in anderen Bundesländern zu absolvieren.

Schematischer Überblick über die Modulstruktur der Assistenz- und C-Trainerausbildung. (Wadenka, 2018) 

Darüber hinaus können aufgrund der Modularisierung bereits erbrachte Leistungen einfach angerechnet werden. Für professionelle Spieler ist es unter anderem möglich, sich die Module  „Badminton Spielen“ anerkennen zu lassen. Personen mit einem sportwissenschaftlichen Abschluss können sich Module im Bereich „Sport Verstehen und Vermitteln“ anrechnen lassen.

In Zukunft sollen die Module auch eine individualisierte Aus- und Fortbildung ermöglichen. So ist geplant, dass ab 2020 Wahlmodule in die C-Trainerausbildung mit einfließen, die für andere Trainer zudem als Weiterbildung oder Lizenzverlängerung genutzt werden können.

Inhaltlich gibt es für jedes Modul festgelegte Themen und Kompetenzerwartungen an die Teilnehmer, die in einem Modulhandbuch festgehalten sind, um einen einheitlichen Qualitätsstandard in der Ausbildung zu erreichen. Die Inhalte orientieren sich dabei an den aktuellen Standards der Lehre und Wissenschaft im Deutschen Badmintonverband.

Badminton Basics

Das Modul Badminton Basics bildet zum einen den Einstieg für die Assistenz- bzw. C-Trainerausbildung, richtet sich aber auch an motivierte Badmintonspieler, die in ihrem Verein kein geleitetes Training haben. An einem Wochenende werden grundsätzliche Schlag- und Lauftechniken vermittelt und die Teilnehmer erhalten zudem das nötige Wissen, um auch selbstständig in ihren Vereinen ein erstes zielgerichtetes Training für diese Grundlagen durchzuführen. Durch starke Praxisorientierung und viele spielerische Elemente soll der Kurs nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch durch Spaß für den Badmintonsport begeistern. Somit bietet der Kurs auch einen ersten Einblick in die Trainerausbildung und kann in dieser Hinsicht als Schnupperkurs gesehen werden.

Trainerassistent

In den vergangenen Jahren wurden in Bayern Trainerassistenzlehrgänge angeboten, um Vereinen und Spielern die Möglichkeit zu bieten, auch ohne komplette Ausbildung erste Erfahrungen und Know-How für das alltägliche Training zu sammeln und in die Trainertätigkeit hineinzuschnuppern. Diese Lehrgänge fanden in Form von Wochenendmaßnahmen im Umfang von 15 Lerneinheiten statt und sind vergleichbar mit den künftig stattfindenden Badminton Basics Kursen.

Von Seiten des DBV gibt es eine offizielle Lizenz für Trainerassistenten, die allerdings ein Minimum von 60 Lerneinheiten erfordert und daher, im Gegensatz zum bisherigen Modell in Bayern, eine lizensierte Vorstufenqualifikation darstellt. Mit der Lehrreform wird diese Lizenzstufe nun auch in Bayern eingeführt um eine attraktive Vorstufe zum C-Trainerschein anzubieten.

Inhaltlich besteht der Trainerassistent aus dem Modul Badminton Basics, sowie den Modulen BS 1, BVV 1 und SVV 1, in denen die Grundlagen weiter vertieft werden. Den Abschluss der Ausbildung bildet eine mündliche Prüfung, die in eines der vier Module integriert wird. Wer nach dem Abschluss eine C-Trainerlizenz erwerben möchte, braucht somit nur noch die Module BS 2, BVV 2 und SVV 2 sowie das abschließende Prüfungsmodul.

C-Trainerausbildung

Der C-Trainer bildet die 1. Lizenzstufe im Ausbildungskonzept des DOSB und C-Trainer haben eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben. Zum einen sollen sie grundlegende badmintonspezifische Fähigkeiten altersgerecht vermitteln, aber vor allem auch durch eine praxisorientierte Vermittlungsart Spieler jeden Alters für den Badmintonsport begeistern.

Für die Zulassung zur C-Trainerprüfung müssen die vier Module der Trainerassistenten-Ausbildung (Badminton Basics, BS 1, BVV 1, SVV 1) sowie die 2er Module BS 2, BVV 2 und SVV 2 abgeschlossen sein. Die Prüfung findet an einem gesonderten Wochenende statt und umfasst eine Lehrprobe, eine Demonstrationsprüfung sowie eine schriftliche Prüfung. Alle Prüfungsteile müssen für den Lizenzerwerb mindestens mit der Note 4 abgelegt werden.

Unterscheidung Breiten- und Leistungssport

Der vorwiegende Einsatzbereich für C-Trainer ist das Vereinstraining und hier gibt es sowohl Bereiche die dem Leistungs- als auch dem Breitensport zugeschrieben werden. Per Definition des BBV spricht man erst bei „Maßnahmen für alle O15-Athleten, die das Ziel, den Willen und das Potential haben, nationale und internationale Spitze in O19 zu werden“, von Leistungssport. Doch bereits in den Jahren zuvor geht es im Nachwuchstraining schon um die Vorbereitung auf den Leistungssport und genau hier nehmen C-Trainer eine zentrale Rolle ein, denn sie sollen vor allem im Nachwuchstraining dafür sorgen, dass bei den Spielern eine entsprechende Grundlage gelegt wird.

Des Weiteren ist aber auch die Begeisterung für den Badmintonsport, unabhängig von Alter und Leistungsniveau eine wichtige Aufgabe für C-Trainer. Vor allem im Bereich der Freizeit- und Hobbyspieler redet man hier von Breitensport.

Aktuell gibt es noch keine unterschiedlichen Ausbildungsreihen für Breiten- und Leistungssport. Für eine Arbeit im Leistungssport, oder in der bereits angesprochenen Vorbereitung für den Leistungssport ist es vor allem wichtig, ein gewisses Maß an Demonstrations- und Spielfähigkeit vorweisen zu können. Daher ist die Note in der Demonstrationsprüfung letztendlich ausschlaggebend über die Art der Lizenz (Note 1-3 = Leistungssport, Note 4 = Breitensport). Eine Aufwertung der Breiten- in eine Leistungssportlizenz ist jederzeit durch eine erneute Prüfung möglich.

Hinweis: Nur eine Leistungssportlizenz ermöglicht die Zulassung zur 2. Lizenzstufe (B-Trainer)

 

Bei Fragen zu künftigen Ausbildungen wendet euch bitte an den BBV-Lehrausschuss , bei Fragen zum modularisierten Konzept an Tobias Wadenka ().