Sport, der bewegt: der Jonas-Krambo-Cup
Ein besonderes Beispiel für dieses Engagement ist der Jonas-Krambo-Cup, ein Turnier, welches in diesem Jahr bereits zum vierten Mal ausgerichtet wird. Das Turnier verbindet sportlichen Wettbewerb mit einem sozialen Anliegen: ein Teil der Einnahmen wird direkt an den Verein Jonas hilft e. V. gespendet.
Der Verein wurde 2023 von der Familie des elfjährigen Jonas gegründet, damaliger Bayerischer Meister in der Altersklasse U11, der im Jahr 2022 an einer unheilbaren Tumorerkrankung verstorben ist. Jonas hilft e. V. unterstützt Familien mit leukämie- & tumorkranken Kindern und hat gleichzeitig eine enge Verbindung zum bayerischen Badmintonsport – ein Grund mehr für den Verband, sein starkes Netzwerk zu nutzen, um auf das Turnier aufmerksam zu machen und die Initiative zu unterstützen.
Der nächste Jonas-Krambo-Cup findet am 18.-19. April 2026 statt. Ausgetragen werden alle drei Disziplinen in insgesamt drei Leistungsklassen für Teilnehmenden bis zur Bayernliga. Zu gewinnen sind tolle Sachpreise: Gutscheine für eine der schönsten Thermen Deutschlands in Bad Kissingen, DaySpa in einem Wellnesshotel oder Frühstücksgutscheine.
Nachwuchs fördert Nachwuchs: KidsCamp-Tag für Jonas hilft e.V.
Darüber hinaus findet am 19. Juli in Nürnberg ein besonderer Trainingstag ganz nach dem Motto: „Nachwuchs fördert Nachwuchs“ statt: Ein KidsCamp-Tag, geleitet von Jonas Bruder Niklas gemeinsam mit Valerian Eckert und unterstützt von Sportdirektor Lukas Gunzelmann, bei dem die komplette Anmeldegebühr sowie das Trainerhonorar ebenfalls an Jonas hilft e.V. gespendet werden. Damit verbindet der BBV Nachwuchsförderung mit sozialem Engagement – ganz im Sinne einer nachhaltigen Verbandsarbeit.
Doch was genau steckt hinter dem Verein Jonas hilft e. V.? Wie ist die Verbindung zum Badminton entstanden und wie unterstützt der Verein Familien mit schwerstkranken Kindern konkret?
Im folgenden Interview gibt Timo Krambo, Vater von Jonas und Gründer des Vereins, persönliche Einblicke in die Entstehung von Jonas hilft e. V., seine Motivation und die Arbeit des Vereins.
Zum Einstieg – was war Jonas für ein Mensch, was hat ihn ausgezeichnet?
Timo: „Das ist in einem Satz gar nicht so einfach zu beantworten. Auf seinem Grabstein steht ein Satz aus dem Lied „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer, welchen wir bewusst ausgewählt haben, da er Jonas eigentlich am besten beschreibt: „Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet, hast jeden Verdruss ins Gegenteil verkehrt“. Jonas war auch während seiner Krankheit immer gut gelaunt, war nie lange sauer und hatte immer ein Späßchen drauf. Das hat ihn ausgezeichnet. Außerdem war er ein Sportler durch und durch, der neben Badminton auch fußballbegeistert war und im Sturm viele Tore geschossen hat.“
Jonas war sportbegeistert und Badminton war ein wichtiger Teil davon. Welche Rolle hat Badminton nach der Diagnose in Jonas Leben noch gespielt?
Timo: „Während der Erkrankung hat Badminton eigentlich keine Rolle mehr gespielt, auch weil wegen der Corona-Pandemie damals alles geschlossen war. Die heile Zeit, wenn ich so will, hat mit Badminton dann geendet. Im Oktober 2021 wurde Jonas Bayerischer Vize-Meister im Einzel U11 und gemeinsam mit Matthias Seiler Erster im Doppel. Eine Woche später haben wir die dann die Diagnose bekommen. Bei Jonas wurde ein sehr seltener Hirntumor (Diffuses intrinsisches Ponsgliom DIPG) gefunden, für den es bis heute keine Heilungschancen gibt und die Überlebenszeit zwischen neun und zwölf Monaten nach der Diagnose beträgt. Durch die Medikation hat er dann auch zwischen 20 und 30 Kilo zugenommen, wodurch während der Erkrankung gar keinen Sport mehr möglich war.“
Wie ist die Idee für Jonas hilft entstanden und wie hat sich das Schritt für Schritt zu einemVerein entwickelt?
Timo: „Jonas ist im August 2022 verstorben. Einige Wochen später war ich zuhause am Werkeln, als ich die Idee hatte, leukämie- und tumorkranken Kindern, die Weihnachten leider im Krankenhaus verbringen müssen, kleine Geschenke zu machen. Daraus entstand dann das Bedürfnis, die Zeit, die ich nun nicht mehr mit Jonas verbringen darf, sinnvoll einzusetzen und mich weiterhin für leukämie- und tumorkranke Kinder zu engagieren. Aus dieser Überlegung ist dann der Verein Jonas hilft e. V. entstanden und Jonas bleibt dadurch auch weiterhin präsent.“
Wofür steht der Verein „Jonas hilft“ heute – und wie möchten Sie den betroffenen Familien ganz konkret helfen?
Timo: „Jonas durfte während seiner Erkrankung einen Herzenswunsch nennen. Das war ein Besuch in den Wiener Zoo, um seine Lieblingstiere, die Pandas, zu sehen. Daher auch der Panda im Logo des Vereins. Ein Herzenswunsch ist ein einmaliges großes Ereignis für die Kinder. Aber die Erkrankung dauert oft viele Monate und Jahre. Da muss man schauen, dass das Kind über diese lange Zeit motiviert bleibt, z. B. für die vielen Behandlungen im Krankenhaus. Dafür sind dann zwischendurch immer mal wieder positive Momente wichtig. Die Idee von „Jonas hilft“ ist es, kleine oder größere Herzensmomente für das erkrankte Kind, die ganze Familie oder auch die Geschwisterkinder zu schaffen. Mittlerweile bieten wir etwa zehn Angebote an, beispielsweise kommen an Ostern, Nikolaus oder Halloween verkleidete Freiwillige in das Krankenhaus und bringen den Kindern kleine Geschenke. Neben diesen kleinen Momenten ermöglichen wir den Familien auch größere Ausflüge, zum Beispiel zu unserem Bauernhoftag. Speziell für die Mamas haben wir im letzten Jahr eine Mama-Auszeit neu initiiert, bei dem sich betroffenen Mütter gegenseitig auszutauschen und gemeinsam Kraft tanken können. Mit unseren Angeboten wollen immer die ganze Familie unterstützen. Unser langfristiges Ziel ist es, dass solche schweren und teilweise unheilbaren Erkrankungen irgendwann geheilt werden können. Aus diesem Grund unterstützen wir auch die Forschung in dem Bereich „Kindliche Hirntumore“.
Wie läuft das mit den Herzenswünschen genau ab?
Timo: „Jedem erkrankten Kind erfüllen wir einen Herzenswunsch, manchmal auch den Geschwisterkindern, die in dieser schweren Zeit oftmals zu kurz kommen. Die gesamte Organisation übernimmt „Jonas hilft“. Insgesamt haben wir schon 58 Wünsche in den letzten 3 Jahren erfüllen dürfen und fast 800 Personen, darunter die Kinder, Eltern und Geschwister, haben wir mit unseren Angeboten mittlerweile schon erreicht.“
Wie viele Leute sind im Verein tätig?
Timo: „Der Vorstand besteht aus vier Personen und neben der Beisitzerin sind etwa 20 weitere Personen im Team, die sich immer wieder engagieren. Mittlerweile sind wir aber an einem Punkt angekommen, wo es langsam schwierig wird, die Arbeit für „Jonas hilft“ neben dem normalen Job zu bewerkstelligen. Wir haben noch genug Ideen, um weiter zuwachsen. Jedoch brauchen wir dafür noch ein paar motivierte Freiwillige, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich bei „Jonas hilft“ zu engagieren.“
Was ist der Jonas-Krambo-Cup genau – wie ist er entstanden und wofür steht dieses Turnier?
Timo: „Die Idee kam in etwa während der Vereinsgründung. Der Ski-Club Bad Kissingen wollte eine Erinnerung an den besten Nachwuchsspieler des Vereins schaffen und hatte damals die Stadtmeisterschaft Bad Kissingen als Jonas-Krambo-Cup wieder belebt. So erlebt die Badmintonfamilie ein tolles Badminton-Turnier und tut gleichzeitig etwas Gutes, denn ein Teil der Einnahmen wird direkt an „Jonas hilft“ gespendet. Dadurch werden die Angebote wie der Bauernhoftag oder eine Alpakawanderung sowie die Erfüllung von Herzenswünschen, wie beispielsweise ein Besuch ins Disneyland, finanziert.“
Es ist ja auch ein KidsCamp in Nürnberg geplant, der Jonas hilft e.V. unterstützt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Timo: „Niklas (Jonas Bruder) hat sich während seiner Trainerausbildung mit Lukas Gunzelmann (BBV Sportdirektor) länger unterhalten, und meinte danach zu mir, ich solle mich mal mit Lukki kurzschließen, weil er eventuell eine Idee hätte, wie der Bayerische Badminton Verband sein Netzwerk zur Unterstützung von „Jonas hilft“ nutzen könne. Nach einem Brainstorming-Telefonat kam uns die Idee mit dem KidsCamp-Tag. Den Gedanken, dass Kinder sich für Kinder, denen es nicht so gut geht, engagieren, finde ich großartig. Im Falle des KidsCamp-Tages ermöglichen Niklas und Valerian Eckert als junge Erwachsene Kindern einen tollen Badmintontag. Durch das Spenden der Teilnahmegebühr und des Trainerhonorars tut man dann nochmal etwas Gutes für erkrankte Kinder. Im Prinzip: Kinder helfen Kindern. Unter dieser Idee ist diese großartige Zusammenarbeit entstanden.“