Die Resonanz hat die Erwartungen des Auswahlgremiums deutlich übertroffen. Insgesamt sechs Personen im Alter von unter 28 Jahren bewarben sich um die beiden Stipendien – und jede einzelne Bewerbung machte deutlich, wie viel Leidenschaft, Engagement und Zukunftsdenken bereits heute in der nächsten Trainergeneration steckt.
Für das Auswahlgremium, bestehend aus Sportdirektor Lukas Gunzelmann, Landeslehrtrainer Nicolas Casado sowie Tobias Spägele (Mitglied des Lehrausschusses und Leiter eines VICTOR BBV-Stützpunkts), war die Entscheidung alles andere als einfach.
„Wir haben sechs außergewöhnlich starke Bewerbungen erhalten. Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft, welchem Verantwortungsbewusstsein und welcher Professionalität sich unsere jungen Trainer bereits heute für den Badmintonsport engagieren. Genau diese Menschen werden unseren Sport in den kommenden Jahren prägen.“, erklärt Sportdirektor Lukas Gunzelmann.
Mehr als eine Bewerbung – Visionen für Badminton Bayern
Neben ihrer bisherigen Trainerarbeit, ihrer Motivation und ihren persönlichen Entwicklungszielen mussten sich die Bewerber auch einer besonderen Aufgabe stellen.
„Stell dir vor, wir schreiben das Jahr 2036. Wie sieht Badminton Bayern aus und was muss passieren, damit Badminton keine Randsportart mehr ist?“
Die Antworten zeigten eindrucksvoll, wie intensiv sich die Bewerber bereits heute mit der Zukunft des Badmintonsports beschäftigen. Die eingereichten Visionen reichten von öffentlichen Badmintonanlagen in Parks, über digitale Hallenbuchungssysteme, moderne Talentförderprogramme, engere Kooperationen mit Schulen, den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Training, bis hin zu einer völlig neuen öffentlichen Wahrnehmung des Badmintonsports.
„Wir wollten keine Musterlösung hören. Uns war wichtig zu sehen, wer bereit ist, groß zu denken und Verantwortung für die Zukunft unseres Sports zu übernehmen. Die Antworten haben uns begeistert und gezeigt, welches Potenzial in unseren jungen Trainern steckt.“, so Gunzelmann.
Zwei Trainer überzeugen das Auswahlgremium
Nach intensiven Beratungen entschied sich das Auswahlgremium schließlich für Nietong He (ESV München / BC Freising) und Jannik Czerny (TSV Haunstetten).
Nietong He – Leidenschaft für Nachwuchsentwicklung
Mit gerade einmal dreieinhalb Jahren Trainererfahrung hat Nietong He bereits beeindruckende Verantwortung übernommen. Er betreut Leistungsgruppen beim BC Freising und ESV München, arbeitet mit Spielern von der U9 bis zur U17 und begleitet seine Athleten regelmäßig auf regionalen, nationalen und internationalen Turnieren. Besonders überzeugte das Auswahlgremium seine außergewöhnliche Lernbereitschaft.
„Ich bin immer hungrig nach mehr Wissen. Die größten Fortschritte entstehen dort, wo man bereit ist, die eigene Sichtweise zu hinterfragen und von anderen zu lernen.“
Auch seine Zukunftsvision hinterließ Eindruck. Er denkt Badminton weit über die Sporthalle hinaus – mit frei zugänglichen Badmintonanlagen im öffentlichen Raum, einfacheren Hallenzugängen für Trainer und einem bayernweiten Badminton-Pass zur langfristigen Talententwicklung.
Jannik Czerny – Zukunft gemeinsam gestalten
Auch Jannik Czerny überzeugte mit seinem außergewöhnlichen Engagement im Verein und Verband. Neben seiner Tätigkeit am VICTOR BBV Stützpunkt vom TSV Haunstetten engagiert er sich regelmäßig bei den VICTOR Kids Camptagen des Verbands. Seine Motivation beschreibt er klar:
„Ich möchte Teil der positiven Entwicklung des BBV bleiben und Jugendspieler so ausbilden, dass wir langfristig national zur Spitze gehören und international Fuß fassen können.“
In seiner Vision für das Jahr 2036 zeichnet Czerny das Bild eines modernen, offenen und digital unterstützten Badmintonsports. Künstliche Intelligenz, individuelle Trainingssteuerung, starke Schulkooperationen und professionelle Öffentlichkeitsarbeit sollen dazu beitragen, Badminton dauerhaft aus der Nische herauszuführen.
Investition in Menschen – nicht nur in Lizenzen
Mit dem Stipendium unterstützt der BBV die beiden Trainer nicht nur finanziell mit jeweils 800 Euro, sondern begleitet sie während der gesamten Ausbildung auch fachlich durch Sportdirektor Lukas Gunzelmann. Nach erfolgreichem Abschluss verpflichten sich beide Stipendiaten, ihr Wissen im Rahmen von BBV-Veranstaltungen wieder an den Verband zurückzugeben.
„Die größte Erkenntnis aus diesem Bewerbungsverfahren ist für uns nicht, wer das Stipendium erhalten hat. Sondern die Gewissheit, dass wir in Bayern eine Generation junger Trainer haben, die Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und unseren Sport aktiv gestalten möchte. Genau diese Menschen brauchen wir, wenn wir Badminton in den kommenden zehn Jahren gemeinsam auf das nächste Level bringen wollen.“, fasst Gunzelmann zusammen.
Der Bayerische Badminton-Verband bedankt sich bei allen sechs Bewerbern für ihr außerordentliches Engagement und freut sich darauf, ihren weiteren Weg als Trainer auch in Zukunft begleiten zu dürfen.