Lernen von den Besten: Zwei Ansbacher Trainer schauen über den Tellerrand hinaus

Wie sieht das Training bei den besten Nachwuchstrainern aus? Welche Methoden stecken hinter erfolgreicher Jugendförderung? Und was lässt sich davon für das eigene Vereinstraining mitnehmen? Wladislaw Kuguschew und Clemens Würth vom TSV Ansbach wollten genau das herausfinden. Deshalb begleiteten die beiden Vereinstrainer als Beobachter einen Lehrgang des Deutschen Badminton-Verbands für die besten Nachwuchstalente der Altersklassen U11 und U15. Dabei nutzten sie die Gelegenheit, den renommierten Trainern Diemo Ruhnow und Lennart Engler über die Schulter zu schauen und neue Impulse für ihr eigenes Training zu sammeln.
„Die Chance, von Diemo Ruhnow und Lennart Engler zu lernen, hat mich angetrieben. Es motiviert enorm, Deutschlands beste Nachwuchstalente live zu erleben und diesen Input für das eigene Coaching mitzunehmen.“
Wladislaw Kuguschew
Trainer TSV Ansbach

Auch Clemens Würth hatte sich bereits im Vorfeld intensiv mit den beiden Trainern beschäftigt. Besonders interessierte ihn, die Trainingsansätze nicht nur aus Videos zu kennen, sondern direkt vor Ort erleben zu können.

Clemens: „Der Lehrgang bot uns die Gelegenheit, die beiden Trainer persönlich kennenzulernen und viele Eindrücke und Ideen für unser eigenes Training zu sammeln. Besonders interessiert hat mich der Trainingsansatz von Lennart Engler, der bereits mit vielen dänischen Topspielern zusammengearbeitet hat. Ich wollte erleben, worauf er im Training Wert legt und welche Impulse er seinen Spielerinnen und Spielern gibt.“

Beeindruckende Lernfähigkeit

Beide Ansbacher Trainer waren von der schnellen Auffassungsgabe der Nachwuchstalente beeindruckt. Selbst neue technische Aufgaben und Korrekturen wurden häufig in kürzester Zeit verstanden und auf dem Feld umgesetzt.

Wladislaw: „Unglaublich, wie schnell die Kids lernen. Sie haben technische Korrekturen sofort verstanden und blitzschnell auf dem Feld umgesetzt. Ihre Auffassungsgabe hat uns tief beeindruckt.“

Clemens: „Besonders beeindruckt hat mich die Aufnahmefähigkeit mancher Spielerinnen und Spieler. Trotz der vielen neuen Impulse und der unterschiedlichen Aufgaben, die sie gleichzeitig bewältigen mussten, gelang es ihnen erstaunlich gut, die Vorgaben im Training umzusetzen.“

Welche Erkenntnis ist euch besonders im Kopf geblieben?
„Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Ansatz, Bewegungen im Badminton ganzheitlich zu betrachten, statt in starren Schlagabschnitten zu denken. Das wurde während des Lehrgangs immer wieder betont. Ebenso in Erinnerung geblieben ist mir, wie wichtig vielseitige Grifffertigkeiten bereits im jungen Alter sind, damit den Spielerinnen und Spielern später in unterschiedlichen Spielsituationen möglichst viele Handlungsoptionen offenstehen.“
Clemens Würth
Trainer TSV Ansbach
Viele Ideen & Impulse für das eigene Training

Die beiden Ansbacher Trainer konnten zahlreiche Ideen sammeln, die sich direkt in den Trainingsalltag integrieren lassen. Dabei geht es nicht nur um neue Übungen, sondern auch darum, bekannte Inhalte aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Wladislaw: „Ich habe viele Übungen für das kreatives Ballgefühl mitgenommen: Spielerische Tricks wie Ball aufheben, über den Ellbogen spielen, schneiden und fangen für das Aufwärmen. Außerdem habe ich viel über den schrittweisen Rückhand-Aufbau gelernt: Die strukturierte Phasen von der Oberkörperdrehung bis zum optimalen Treffpunkt. Zudem konnte ich gezielte Übungen für die Lockerheit am Schläger mitnehmen.“

Clemens: „Ich habe viele verschiedene Übungen zur Entwicklung der Grifffertigkeiten mitgenommen. Dazu kommen Varianten des Lauf-ABCs mit besonderem Fokus auf den Armeinsatz. Diese Übungen sollen dabei helfen, ein ganzheitliches Körpergefühl zu entwickeln und den Körper als Einheit zu bewegen.“

Die eigene Betriebsblindheit aufbrechen

Für beide Trainer steht fest: Wer sich weiterentwickeln möchte, sollte offen für neue Ansätze sein und den Austausch mit anderen Trainerinnen und Trainern suchen. Dabei geht es nicht nur um fachliche Inhalte, sondern auch darum, die eigene Trainingsphilosophie zu hinterfragen und neue Perspektiven kennenzulernen.

„Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie und nur so kann das Spiel noch besser werden. Der Austausch bricht die eigene Betriebsblindheit auf und bringt neue Impulse in den Verein“, so Wladislaw.

Clemens sieht einen besonderen Mehrwert im persönlichen Kontakt, der über digitale Lernangebote hinausgeht: „Neben der fachlichen Expertise der beiden Cheftrainer bot der Lehrgang eine tolle Gelegenheit, andere engagierte Trainerinnen und Trainer kennenzulernen. Beim gemeinsamen Arbeiten entstehen spannende Gespräche und Diskussionen, in denen man voneinander lernen kann. Gerade für angehende Trainerinnen und Trainer ist der Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen besonders wertvoll, um das eigene Training weiterzuentwickeln.“

Der direkte Austausch helfe dabei, genau diese Lücken zu schließen und neue Erkenntnisse für die eigene Trainingspraxis zu gewinnen.

Weiterbildung beginnt mit Eigeninitiative

Die Erfahrungen von Wladislaw und Clemens zeigen, wie viel Potenzial darin steckt, die eigene Komfortzone zu verlassen und bewusst über den Tellerrand zu schauen. Entscheidend sind Neugier, Eigeninitiative und die Bereitschaft, neue Ansätze auszuprobieren.

Deshalb richtet sich der Aufruf an alle Vereinstrainerinnen und Vereinstrainer in Bayern: Informiert euch über Lehrgänge, Hospitationen und Fortbildungsangebote! Fragt aktiv nach, welche Möglichkeiten es gibt, und nutzt Gelegenheiten, erfahrenen Trainerinnen und Trainern über die Schulter zu schauen.

Gute Nachwuchsförderung beginnt nicht erst auf dem Spielfeld. Sie beginnt bei den Menschen, die das Training gestalten.

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